Monia und Fionn waren zum Frühstück bei uns, danach spazierten wir los, flussaufwärts ins Valle Cannobina. Die Recordatis fuhren mit dem Auto ins Tal, wir nahmen den Wanderweg, bis der Ort Cannobio zu Ende war und die Wildnis begann. Dort hatte der Fluss sich einen Weg durch die Felsen gegraben und eine Schlucht mit glatten, schön geformten Wänden entstehen lassen. Davor war ein Becken entstanden, welches uns heute zum Baden einlud. Wir konnten in die Schlucht sogar ein Stück hineinschwimmen, das war so schön! Und das Wasser war sehr erfrischend im Vergleich zum Lago.
Oberhalb der Schlucht befindet sich ein altes Oratorio, eine Kirche aus dem 17. Jahrhundert. Direkt daneben hatte Roman einen Tisch im Grotto Sant‘ Anna reserviert. Glücklicherweise bekamen wir einen grossen Steintisch unter der weinbelaubten Pergola, die oberhalb der Terrasse im Grünen lag. Wenn man an die schmiedeeisernen Geländer tritt, kann man hinunter in die Schlucht sehen, auch sonst war ich von der romantischen und ruhigen Idylle In diesem Grotto sehr beeindruckt. Das Essen war dann auch ganz fantastisch, so dass wir satt und glücklich in den Nachmittag starten konnten. Zuerst war Siesta angesagt, dann ein wenig Strand und abends machte Stella für uns alle drei Schüsseln leckeren Quinoasalat. Wir stellten unsere Campingmöbel an den Strand und liessen es uns gutgehen in der Abendstimmung am See.
Einzig die schon seit morgens um sieben verkehrenden Löschflugzeuge haben die Stimmung ein wenig getrübt, sie flogen bis nach 21 Uhr, füllten ihre Tanks, indem sie einige Sekunden flach über den See stoben und düsten dann Richtung Monte Giove weg, um einen Waldbrand in den nahen Bergen zu löschen. Es waren zwei Flugzeuge im Einsatz, die Piloten haben einen anstrengenden Job, dachten wir. Gesehen haben wir das Feuer nicht, aber es ist schon eine gruselige Vorstellung, dass sich so eine Feuerbrunst rasend schnell ausbreiten kann und auch vor besiedeltem Gebiet nicht Halt macht. Menschen haben häufig nur eine Lösung für die Probleme, die der Klimawandel mit sich bringt: Klimaanlagen. Hier auf dem Campingplatz gibt es einige davon und die nerven doch sehr mit ihrem Gebrumme.