09 Apr
09Apr

Heute konnte ich die Villa E.1027 besichtigen, die Eileen Gray für ihren Partner Jean Badovici entworfen und gebaut hat. Es gab leider nur noch ein Ticket, wir hätten mit Wilma ohnehin nicht zusammen hinein gedurft. So machte Bruno eine Küstenwanderung von Menton um das Cap Martin herum (Sentier Le Corbusier) bis zum Bahnhof Roquebrune, wo wir uns wieder trafen. Ich nahm den Zug und genoss die Führung, die durch Zitronengärten zur Villa führte. Sie entstand in den 20er-Jahren und zeigt die Architektur und das Mobiliar, welches Eileen Gray extra für diese Villa entworfen hat. Heute werden einige dieser Möbelstücke lizenziert produziert. Wir haben unseren runden Glastisch am Sofa, den ich im Original heute sehen konnte. Er ist allerdings mit einer Aluplatte und nicht mit einer Glasplatte versehen. Die Möbel sind für die damalige Zeit sehr funktional und schlicht, alles zusammen wirkt harmonisch und das Gefühl, an Bord eines Schiffs zu sein, war gewollt. Schade ist, dass der Freund von Eileen Grays Partner, der berühmte Architekt Le Corbusier, die schlichten Wände mit seinen Wandmalereien überzogen hat, und zwar ohne das Einverständnis von Eileen Gray. Sie hat die Villa deshalb nie wieder betreten. Le Corbusier breitete sich weiter aus, er baute direkt oberhalb der Villa E.1027 die Cabanon, ein kleines Ferienhäuschen aus Holz, daran angebaut die Bar L‘Etoile de Mer und ein Haus für Gäste. Das haben wir alles besichtigt, es war sehr interessant! Im Gegensatz zu dem warmen, harmonischen Gefühl in der Villa spürte ich bei Le Corbusier eher Aggressivität. Die Formensprache war ähnlich, beide waren inspiriert von Mondrian und verwendeten kubistische Elemente, aber die Farben unterschieden sich sehr. In der Villa E.1027 bilden Schwarz, Weiss, Braun und Blau einen harmonischen Rahmen für den Blick in die üppige Natur und aufs Meer, während der männliche Ausdruck Le Corbusiers mit einer grossflächigen und sehr farbigen Formensprache auf mich eher penetrant wirkte.

Nach zwei Stunden Führung erholte ich mich in einem Café, wieder zusammen mit Bruno und Wilma, die sooo froh war, als sie mich sah, die Süsse.

Mit dem Zug waren wir dann schnell wieder in Menton und der Campingplatz-Shuttle holte uns am Bahnhof ab. Den Jardin botanique Val-Rahmeh schafften wir leider nicht mehr zu besichtigen.

Dafür gab’s auf dem Camping heisse Duschen und den Abend genossen wir in der Villa Eva mit feinem Essen und Wellengeplätscher. 

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