A Cannobio c'è sempre un mercato la domenica.Trotz Hitze und dem Wissen, dass es auf dem Markt voll mit Menschen und billigen, überteuerten Klamotten ist und Touristen Pecorino für 55 Euro pro Kilo aufgeschwatzt wird, gingen wir auf den Markt und ich liess mir Pecorino aufschwatzen. Hinter den Ständen lag der Rest des Lungomare, wirklich entzückend mit so kleinen Bänkchen alle paar Meter, damit man in Ruhe die Neuigkeiten austauschen kann, dabei den Blick über den schönen See schweifen lässt und sich freut, in Italien an einem so schönen Ort zu sein. Die Touristen hatten nur Augen für Salami, Handtaschen und bunte Kleider, Strohhüte, Salami, Handtaschen und bunte Kleider, Strohhüte, Salami und so. Ich schwitzte sehr und Roman fand ein Cafè mit feiner Patisserie, da standen wir für tartelette di frutta an und dachten anschliessend über das Mittagessen nach.
Die Altstadt ist durchaus pittoresk und frei von betonierten Klötzen mit Glasbalkonen. Das Auge darf in Cannobio noch über geschmiedete Details wandern, über in Stein gehauene florale Muster oder Malereien, die einer kunstfertigen Hand entsprangen. Es gibt hier, wie fast immer in Italien, noch Details! Da hat sich jemand Mühe gegeben, etwas schön zu gestalten. Solche Mühe scheint bei uns ausgestorben zu sein, würde ich mal sagen. Darum fahren wir so gern nach Italien. Vielleicht sind auch die freundlichen ItalienerInnen der Grund oder die Landschaft, die nicht von Kuhweiden dominiert wird, sondern von der Natur. Oder ist es das Essen, die Sprache? Es gibt so richtig viele Gründe für Ferien in Italien, aber man muss das Land schon sehr lieben, wenn man ausgerechnet im Juli seine Zeit hier verbringt. Immerhin findet man heraus, dass Holland ausgestorben sein muss, auch in Deutschland müsste es deutlich leerer sein. Die Schweiz macht sich erst im Herbst zur Völkerwanderung nach Italia auf.
Sachliche Informationen: der Lago Maggiore ist sehr leer. Das liegt unter anderem daran, dass in der Poebene nicht nur das Wasser aus dem Po benötigt wird, sondern auch das des Lagos. In den See fliesst der Ticino hinein und wieder heraus, ebenso der Cannobino und viele andere Flüsse und Flüsschen. Aber seit Wochen ist es trocken, es fliesst nicht mehr und der See senkt sich ab. Am Abfluss des Lago Maggiore wird das Wasser aber benötigt. So wird der Strand immer grösser. Wir wollen gern den Risotto aus der Poebene essen, den Arborio, den Vialone und den Carnaroli. Im Tessin (Schweiz), möchte man mit dem Wasser Strom produzieren, sitzt teilweise also auf dem Wasser, und das Piemont, welches das Wasser dringend braucht, hat ein Problem.
Mein Problem ist, dass der Weisswein leer ist. Aber das ist nicht schlimm, wir haben noch Wasser auf dem Campingplatz, direkt aus dem Wasserhahn! Für CamperInnen wird gesorgt! Die kaufen ja schliesslich den Pecorino für 55 Euro pro Kilo!