Die Nacht war ruhig und wir starteten ausgeschlafen in den Tag. Wir fuhren rheinaufwärts, vorbei an den Hochhäusern der Kantonshauptstadt Chur (die älteste Schweizer Stadt) ins Bündner Vorderrheintal. Hinter- und Vorderrhein fliessen in Reichenau zusammen, wobei der Hinterrhein am Rheinwaldhorn sein Wasser bündelt und dann durch die Viamala und Thusis hinabfliesst, während der Vorderrhein im Tomasee beim Oberalppass als Hauptquelle des Rheins entspringt. Die Landschaft des Vorderrheins prägt eine eindrückliche Schlucht, rätoromanisch Ruinaulta genannt, die durch diverse steile, weiss leuchtende Geröllwände sehr beeindruckt. Mit der Rhätischen Bahn, über Wanderwege, mit Postautos und raftend auf dem Fluss ist dieses Naturwunder zu bestaunen.
Wir mussten noch einen Abstecher nach Trin machen, denn schliesslich ist dort die Stiftung Bergwaldprojekt beheimatet, wo wir freundlich empfangen und zu einem Rundgang eingeladen wurden. Es war interessant, durch dieses alte Bündner Anwesen zu wandeln, in dem heute nicht nur die Büros der Stiftung, sondern auch eine Jugendherberge untergebracht sind. Der Grund unseres Besuchs war Nostalgie, da wir uns 1993 bei einem Fest dieser Stiftung, bei der wir in jungen Jahren beide an diversen Einsatzwochen im Bergwald teilgenommen hatten, das erste Mal begegnet sind. Sie hat also auch den Beginn unserer Familie gestiftet!
Weiter ging es durch Flims und Laax auf abenteuerlicher Schotterstrasse hinab über den Rhein, über die Gleise der Rhätischen Bahn und wieder hinauf nach Valendas. Schliesslich kamen wir im kleinen Dorf Carrera an und freuten uns, da der Campingplatz sehr schön liegt und wir ein lauschiges Plätzchen fanden. Endlich Ruhe!