Vom Campingplatz fuhren wir per Velo ins Tal zum Ausgangspunkt der Wanderung, dem Bahnhof Valendas-Sagogn. Dort konnten die Velos auf unsere Rückkehr warten.
Wir folgten dem Ruinaulta-Wanderweg, der zuerst der Bahnstrecke folgte und dann dem Ufer des Rheins. Es gab immer wieder die Möglichkeit, auf eine der Kiesbänke zu gelangen und von dort ein erfrischendes Bad zu nehmen. Die Strömung ist aber nicht zu unterschätzen, ich hielt mich an grösseren Steinen am Ufer fest. Es ging oft schattig durch den verwunschenen Wald, in dem viele Schmetterlinge zu bewundern waren, aber auch sonnige Abschnitte über helles Geröll mussten bergauf und bergab überwunden werden. Der einzigartige Blick auf die Kalksteinfelsen, die aus dem Wald oder vom Ufer des Flusses aufragten, liess uns immer wieder staunend stehenbleiben. Dadurch zog sich die knapp zweistündige Tour locker vier Stunden hin. Als wir an der Bahnstation Versam-Safien ankamen, war es sehr heiss, zum Glück gibt es das Café zur Einkehr, ein spirituelles Zentrum ist auch angeschlossen und eine Kanuschule gleich nebenan. Der Vorderrhein ist bestimmt für Anfänger des Raftings geeignet, denn er ist zwar schnell, aber auf diesem Abschnitt nicht sehr unruhig.
Nach Kaffee und Kuchen war der Plan, mit dem Zug zurück nach Valendas zu fahren, aber obwohl wir die roten Züglein regelmässig vorbeifahren sahen, fuhr in den nächsten Stunden kein Zug, zumindest keiner, der an beiden Bahnhöfen hielt. Also nahmen wir das Postauto (nur mit Reservierung bis 1h vorher möglich), was sehr lustig war, denn es ist ein Cabrio-Bus für etwa fünfzehn Fahrgäste. Der Bus raste den Berg hoch via Versam-Dorf, Carrera und Valendas-Dorf, bis wir wieder unten bei den Velos waren.
Wilma kam in den Korb und wir strampelten hoch nach Valendas zum Café Mändig, welches montags und dienstags geöffnet hat. Eine ländliche Idylle mit runden Tischen unter Apfelbäumen, bunten Blumen und netter Bedienung erwartete uns. Salat und Wasser gab es auch, so dass wir den restlichen Weg hinauf nach Carrera gut schafften. Als ich vom Duschen kam, regnete es dann, so richtig schön. Wir lagen in der Pusseline und liessen uns vom sanften Trippeln über uns einsäuseln.